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1967 |
| Schon vor dem Besuch des Schahs von Persien kam es an deutschen
Universitäten zu Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Universitätsleitung. Die Freie Universität Berlin
wurde im Jahre 1948 als Alternative zur Alexander von Humboldt-Universität gegründet. An dieser Universität
hatten die Studenten weitaus mehr Freiheiten, als es an den anderen Hochschulen der BRD üblich war. Aufgrund dessen wurde
sie auch als "Berliner Modell" bezeichnet. Im Jahre 1967 wurde ausgerechnet sie zum Schauplatz der Austragung dieser
Diskrepanzen. Die vor dem 2. Juni 1967 innerhalb der Studentenschaft herrschende Atmosphäre soll hier anhand von zwei
Ereignissen veranschaulicht werden. Eine für den 19. April 1967 angesetzte studentische Informationsveranstaltung sollte
auf ausdrückliche Aufforderung des Universitätsdirektors im Auditorium Maximum und nicht im Henry-Ford-Bau
stattfinden, weil dort der akademische Senat tagte. Trotzdem erklärten sich die Studenten darauf zur souveränen
Versammlung und verkündeten, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt in den Henry-Ford-Bau umziehen würden. Es
wurden zusätzlich Filme gezeigt und eine Beat-Band engagiert. Als daraufhin die Polizei gerufen wurde, leisteten die
Studenten passiven Widerstand, d.h. sie mussten einzeln von den Polizisten weggetragen werden. In der Folge dieses Ereignisses
wurden über die Anführer der Aktion Disziplinarverfahren verhängt. Dieser Vorfall wurde von der
Öffentlichkeit als die "größte Demütigung für Rektor und Senat" empfunden. Als im Mai 1967 eine sehr
kritische Rezension zu einer Vorlesung erschien, für die der AStA zwar die volle Verantwortung übernahm, die im
Vorfeld jedoch mit allen Mitteln von Seiten der Professoren zu verhindern versucht worden war, ging die
Universitätsleitung vor Gericht. Das "Berliner Modell" galt als gescheitert, es wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass
die Studenten mit der ihnen zugesprochenen Freiheit nicht umgehen könnten. |
| (Bearbeiter /-in: Schackert Hausarbeit (2003)) |
| Cramer (1967) , o.S.
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2.6.1967 |
| Als der Schah gegen 14:30 Uhr das Schöneberger Rathaus erreichte,
wurde er von mehreren hundert Studenten - wie auch von "Jubelpersern" - empfangen. Obwohl durch Polizeikräfte voneinander
abgeschirmt, kam es zwischen den Studenten und den königstreuen Persern zu Ausschreitungen, als erste "Mörder,
Mörder" - Rufe erklangen und Farbeier in Richtung des Schahs geworfen wurden. Ein Augenzeuge berichtete, dass daraufhin
die Schah-Anhänger, bewaffnet mit Holzlatten und Knüppeln, über die Absperrungen kletterten und auf die
Demonstranten einschlugen. Die Polizei reagierte nicht; der Anwesende Walter Siepmann schilderte dies so: "Zu meinem Erstaunen
schaute die Polizei, die hinter uns Aufstellung genommen hatte, diesen Angriffen gegen Unbewaffnete minutenlang tatenlos zu."
Aufgrund dieses Verhaltens wurde die Vermutung genährt, dass die deutsche Polizei mit dem persischen Geheimdienst SAVAK
zusammenarbeite und die "Jubel- bzw. Prügelperser" deswegen unterstützte. Eindeutig bewiesen werden konnte diese
Annahme jedoch bis heute nicht. |
| (Bearbeiter /-in: Schackert Hausarbeit (2003)) |
| www.rafinfo.de , o.S.
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| Als die Demonstranten, die sich anlässlich des Opernbesuchs des
persischen Schahs vor der Berliner Oper versammelt hatten, von den Polizisten eingekesselt und in Schlägereien verwickelt
worden waren, begann die Polizeiaktion "Füchse jagen". Jene Demonstranten, die aus der Absperrung entkommen konnten,
flohen in die umliegenden Seitenstraßen, wo sie von den Schahanhängern ebenso wie von weiteren Polizisten gejagt
wurden. Ziel dieser polizeilichen Maßnahme, welcher der Student Benno Ohnesorg zum Opfer fiel, war die Sicherstellung
von Rädelsführern. |
| (Bearbeiter /-in: Schackert Hausarbeit (2003)) |
| Hartung / Mehr (1997) , o.S.
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| Am Abend des 2. Juni 1967 besuchte das iranische Königspaar eine
Vorstellung von Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" in der Berliner Oper. Nach den gewalttätigen Ausschreitungen
zwischen Demonstranten und Schah-Anhängern am Nachmittag vor dem Schöneberger Rathaus wurden für den Abend
besondere Vorkehrungen getroffen. Gegenüber der Oper befand sich ein eingezäuntes Baugelände; dieses wurde
benutzt, um sechs Meter vor dem Bauzaun einen weiteren, etwa einhundert Meter langen Zaun zu errichten. Diese spezielle
Konstruktion - auch "Hamburger Gitter" genannt - konnte nur nach innen geöffnet werden. Der nun entstandene Schlauch war
für die Demonstranten vorgesehen, welche durch die offenen Stellen links und rechts hineingeschleust und von Polizisten
bewacht wurden. Ansonsten glich das Szenario dem des Nachmittags: die schah-treuen Perser wurden in zwei Sonderbussen vor die
Oper gefahren und während des Eintreffens des Schahs bewarfen ihn die Demonstranten mit Farbeiern und Tomaten. Ebenso wie
vor dem Schöneberger Rathaus konnte der Schah aber ohne jegliche Beschädigung seiner Person die Oper
betreten. |
| (Bearbeiter /-in: Schackert Hausarbeit (2003)) |
| www.partisan.net , o.S.
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| Die Demonstration anlässlich des Opernbesuchs des persischen Schahs
in Berlin eskalierte, nachdem die Polizei gemeinsam mit den Schah-Anhängern Gewalt gegen die Demonstranten -
hauptsächlich Studenten und oppositionelle Perser, die in Deutschland lebten - auszuüben begann. Die vom
Opernvorplatz fliehenden Demonstranten wurden von den Beamten auch in den umliegenden Seitenstraßen verfolgt. Um 20:30
Uhr hieß es, die Polizei hätte in der Krummestraße 66/67 einen "Rädelsführer" ausgemacht und
Verstärkung angefordert. Es kam zu einem Handgemenge zwischen Polizei und Studenten, in das sowohl der Student Benno
Ohnesorg wie auch der Kriminalobermeister in zivil Karl-Heinz Kurras verwickelt waren. Augenzeugen zufolge, versuchte Ohnesorg
von einem Garagenhof aus die Straße zu erreichen, woran ihn zwei uniformierte Beamte hinderten. Er wurde mit
Schlagstöcken traktiert und selbst dann noch getreten, als er bereits am Boden lag. Karl-Heinz Kurras gab später an,
er habe in Notwehr geschossen. Benno Ohnesorg wurde - zu diesem Zeitpunkt schon halb bewusstlos - von der Kugel über dem
rechten Ohr getroffen. Er starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. |
| (Bearbeiter /-in: Schackert Hausarbeit (2003)) |
| http://raf.crashmail.de , o.S.
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| Im Jahre 1967 definierte der Berliner Polizeipräsident, Duensing,
die "Leberwurst-Taktik" folgendermaßen: "Nehmen wir die Demonstranten als Leberwurst, dann müssen wir in die Mitte
hineinstechen, damit sie an den Enden auseinanderplatzt." Nachdem der Schah von Persien am Abend des 2. Juni 1967 die Berliner
Oper betreten hatte, begannen sich die Demonstranten zu zerstreuen. In Bars und an anderen Treffpunkten wollten sie auf das
Ende der Vorstellung warten, um sich dann erneut zu versammeln. Der für die Demonstranten vorgesehene Platz
beschränkte sich auf einen etwa einhundert Meter langen Schlauch, der vorne und hinten durch Gitter und einen Bauzaun
gebildet wurde. Denselben zu Verlassen nahm viel Zeit in Anspruch, da dies nur an den Seiten möglich war. Noch
während die Demonstranten die Absperrung verließen, kam es zu einer Polizeiaktion, von der erst später bekannt
wurde, dass sie bereits im voraus geplant war und unabhängig von den Umständen zum Einsatz kommen sollte. "Um 20:04
Uhr bildete der zum Angriff bestimmte Halbzug einen Stosskeil, setzte 36 Meter von der Krummen Straßen entfernt
über die Gitter hinweg und spaltete die dichtgedrängte Menge in zwei Hälften auf. Ohne die gesetzlich
vorgeschriebene Lautsprecherwarnung prügelten die Beamten auf Zuschauer und Demonstranten ein." Die Demonstranten, die in
der Mitte der schlauchförmigen Absperrung standen und demnach nicht entfliehen konnten, setzten sich zum Zeichen ihrer
Gewaltlosigkeit auf den Boden. Später von der Polizei als der "Harte Kern" bezeichnet, wurden sie am härtesten von
den polizeilichen Ausschreitungen getroffen. |
| (Bearbeiter /-in: Schackert Hausarbeit (2003)) |
| http://raf.crashmail.de , o.S.
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